Vor einigen Monaten habe ich über das Internet Herrn Kwasi Heiser einen sehr interessanten Mann kennen gelernt, der sein eigenes Projekt zur Unterstützung von Straßenkindern in Ghana plant und leitet. Durch meine eigene Erfahrung mit Afrika und meiner Liebe zu Land und Leuten fühlte ich mich gleich angezogen und von seinen Ideen und Gedanken inspiriert.
Go for Ghana soll ein individuelles Projekt sein, in dem sich jeder selber verwirklichen kann und mit seinen Mitteln einbringen kann. Jeder soll das Gefühl haben, ein Teil dieses Projektes zu sein.
Ich für meinen Teil habe mich sehr schnell entschieden auch etwas zu tun. So ist in mir der Gedanke zu einer Fahrradtour entstanden. Ich liebe das Extreme und so kann ich mein Hobby mit dem Projekt verbinden.
Innerhalb der nächsten sechs Wochen habe ich dann die Route festgelegt, Karten ausgedruckt, Wetterberichte verfolgt, meine Ernährung auf die Fahrt umgestellt und mich von der Arbeit freistellen lassen, damit es am Samstag, dem 02.10.2010 um 4:00 Uhr morgens losgehen konnte. Die viele Vorbereitung in der kürze der Zeit und auch die Vorstellung von dem was mich erwartet, hat mich schon ziemlich erschöpft, so dass ich am Tag der Abfahrt noch an meinem Schreibtisch eingeschlafen bin. Da mich zu Beginn der Tour auch noch zwei Personen begleitet haben, hatte ich nun Termindruck und habe die Wohnung Hals über Kopf verlassen, nicht ohne das totale Chaos für meinen Mitbewohner zu hinterlassen. Das dieser nicht begeistert war konnte ich den Nachrichten entnehmen, die er mir geschickt hat. Klamotten, Werkzeug alles lag verstreut in der Wohnung. Ich war dennoch froh, dass es losgehen konnte und ich endlich auf meinem Fahrrad saß.
Wir haben uns um 9:04 Uhr in Bonn am alten Rathaus getroffen. Das Wetter war an diesem Tag nicht optimal. Es hat geregnet. Wir waren alle sehr dick und in Regenjacken eingepackt aber dennoch entschlossen.
Gemeinsam mit den beiden Freunden, bin ich die ersten km bis Düsseldorf gemeinsam gefahren. Alles lief soweit rund, es gab keine Zwischenfälle oder Ausfälle und die Motivation war noch sehr hoch. In Düsseldorf haben wir uns verabschiedet und es ging für mich alleine weiter. Ich war sehr froh über die Anfängliche Begleitung, da ich gerne in Gesellschaft bin und der Aufbruch so auch leicht gefallen ist.
Nichts desto trotz, musste ich die weiter Strecke jetzt alleine bewältigen, da sich auch nicht abzeichnetet, dass jemand dazu stößt. Es wäre möglich gewesen und auf der Webseite auch so angepriesen aber es haben sich keine weiteren Interessenten gemeldet. Also habe ich mir meine Kopfhörer in die Ohren gesteckt und bin weiter.
Die weitere Strecke habe ich dann allein zurückgelegt. Ich habe die Zeit sehr genossen, da ich viele Menschen kennen gelernt habe und viel von der Natur und Umwelt wahrgenommen habe. Wenn ich mit dem Auto zur See fahre und dort einen Urlaub mache, kann ich diese Erfahrungen so nicht sammeln. Ich habe teilweise im freien Übernachtet, hatte Reparaturen, die mich in meiner Zeitplanung zurückgeworfen haben und eine Übernachtung an einer Bushaltestelle in strömenden Regen zur Folge hatte. Dabei kam ich in Kontakt mit der Polizei, die ich ausführlich über das Projekt informiert habe. Die Menschen, denen ich unterwegs Begegnet bin, haben sich für das Projekt interessiert und mir mit positiver Rückmeldung und Energie den Rücken gestärkt, was ich bei den extremen körperlichen Strapazen auch nötig hatte.
Als ich am Ende völlig fertig in Wiesbaden angekommen bin, war ich dennoch sehr glücklich und zufrieden, mich auf diese Weise für das Projekt engagiert zu haben. Ich habe sehr viele persönliche Erfahrungen gemacht, einige Menschen auf die Missstände in Afrika aufmerksam gemacht und neue Kontakte geknüpft, die das Projekt hilfreich unterstützen können. Insgesamt waren es 2213 gefahrene km für einen guten Zweck.
Frank Duch